Welttag der Suizidprävention

2019 ist der 18. Weltsuizidpräventionstag. Dieser Tag wurde erstmals im Jahr 2003 als eine Initiative der Internationalen Gesellschaft für Suizidverhütung (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begangen. Seither ist jeder 10. September eines Jahres Weltsuizidpräventionstag.

“Jeden Tag verlieren wir viele Leben durch Suizid, und viel mehr sind maßgeblich durch diese Todesfälle betroffen. Wir denken an alle, die durch Suizidgedanken belastet sind und jene, welche eine geliebte Person durch Suizid verloren haben.“

Aktivitäten von GO-ON Suizidprävention Steiermark anlässlich des Weltsuizidpräventionstages 2019

Die Pubertät ist eine herausfordernde Lebensphase für Kinder und deren Eltern. Psychische Erkrankungen, Enttäuschungen, Verluste, Einsamkeit, Mobbing und vieles mehr können so quälend werden, dass alles bisher Gelernte und Erprobte als wirkungslos empfunden wird. In einer solchen Krisensituation denken viele junge Menschen dann auch über einen Suizid als letzten Ausweg aus einer unerträglich gewordenen Lebenssituation nach.

GO-ON Suizidprävention Steiermark widmet sich 2019 am Welttag der Suizidprävention (WSPD) dem Thema „Kinder und Jugendliche in suizidalen Krisen“. Im Rahmen einer Kooperation mit Elise Steiner (Fonds WEIL, Weiter im Leben) wurde von GO-ON ein Ratgeber für Eltern von Kindern in suizidalen Krisen entwickelt. Der Ratgeber wurde unter der Mitarbeit von Frau MMag.a Dr.in Verena Leutgeb (derzeit in Karenz), Frau Elise Steiner und Frau DSA Elisabeth Waibel-Krammer verfasst. Dieser Ratgeber wird im Herbst 2019 im Hogrefe Verlag erscheinen. Für die Zeit von 10.09. (Welttag der Suizidprävention) bis zum 10.10. (Tag der psychischen Gesundheit) sind in allen Regionen Buchpräsentationen in Buchhandlungen und Bibliotheken geplant.

Der Ratgeber richtet sich an Eltern, die sich mit der Frage quälen, ob ihr Kind an Suizid denken könnte. Er liefert wichtige Informationen zum Thema Suizidalität bei jungen Menschen, zeigt auf, wie Eltern die Thematik bei ihrem Kind ansprechen können, und beschreibt Möglichkeiten des Umgangs mit einer suizidalen Krisensituation.

Weitere Informationen der International Association for Suicide Prevention (IASP)

Suizidprävention bleibt eine universelle Herausforderung.

In jedem Jahr ist der Suizid eine der 20 häufigsten Todesursachen auf der ganzen Welt und in allen Altersgruppen. Der Suizid ist für 800.000 Tote verantwortlich. Dies entspricht einem Suizid alle 40 Sekunden.

Jedes verlorene Leben ist das einer Partnerin oder eines Partners, Kindes, Elternteils, Freundes oder einer Freundin, einer Kollegin oder eines Kollegen.

Auf jeden Suizid kommen ungefähr 135 Menschen, die erbittert leiden oder anderweitig betroffen sind. Das summiert sich auf 108 Millionen Menschen im Jahr, die durch suizidales Verhalten tiefgehend betroffen sind. Suizidales Verhalten beinhaltet Suizide, umfasst aber auch Suizidgedanken und Suizidversuche. Auf jeden Suizid kommen 25 Menschen, die einen Suizidversuch machen, und noch viel mehr haben  ernsthafte Suizidgedanken.

Der Suizid ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus genetischen, psychologischen, sozialen, kulturellen und anderen Risikofaktoren, manchmal im Zusammenhang mit traumatischen und Verlusterfahrungen.

Menschen die sich das Leben nehmen repräsentieren eine heterogene Gruppe mit spezifischen, komplexen und facettenreichen auslösenden Einflüssen, die der finalen Handlung vorausgehen. Diese Heterogenität stellt ExpertInnen in der Suizidprävention vor Herausforderungen. Diese Herausforderungen können durch eine vielschichtige und stringente Herangehensweise gemeistert werden.

Suizidprävention ist in vielen Fällen möglich und Ihnen fällt dabei eine Schlüsselrolle zu!

Sie können einen Unterschied machen – als ein Mitglied der Gesellschaft, als Kind, als Elternteil, als FreundIn, als KollegIn oder als NachbarIn. Es gibt viele Dinge, die Sie täglich machen können um suizidales Verhalten zu beeinflussen, auch am Welttag der Suizidprävention (World Suicide Prevention Day, WSPD). Sie können auf das Thema aufmerksam machen, sich selber oder andere über die Ursachen und Warnsignale von Suizid informieren, Anteilnahme und Fürsorge für jene zeigen, die in der Gemeinschaft belastet sind, das Stigma hinterfragen, dass mit Suizid, suizidalem Verhalten, und psychischen Erkrankungen verbunden ist, und nicht zuletzt Ihre eigenen Erfahrungen teilen.

Suizidprävention bedeutet Anstrengungen.

Diese Anstrengungen sind nachhaltig und können große positive Auswirkungen haben. Diese Arbeit kann nicht nur Betroffenen helfen, sondern auch Nahestehenden, Kollegen und die Gesellschaft als Ganzes betreffen. Wir müssen danach streben, evidenzbasierte suizidpräventive Aktivitäten zu entwickeln, welche alle Betroffenen erreicht, überall auf der Welt.

Sich zu vernetzen ist unabdingbar für eine erfolgreiche Suizidprävention.

Suizidprävention benötigt die Bemühungen von vielen. Dazu zählen die Familie, FreundInnen, MitarbeiterInnen, Gemeindemitglieder, LehrerInnen und ErzieherInnen, (führende) Mitglieder der Religionsgemeinschaften, Tätige aus dem Gesundheitswesen, PolizistInnen, und den Regierungen. Suizidprävention benötigt integrative Strategien welche am Individuum, an den Systemen und in Gemeinden ansetzen. Die Forschung zeigt, dass suizidpräventive Anstrengungen viel effektiver sind, wenn sie verschiedene Ebenen und Interventionen umfassen. Das erfordert Maßnahmen auf Gemeindeebene und solche, die soziale und politische Reformen mit sich bringen, ebenso wie Maßnahmen direkt für den Einzelnen. Zur Erreichung unseres gemeinsamen Zieles, der Suizidprävention, müssen wir als Öffentlichkeit, als Organisationen, als GesetzgeberInnen und als Mitglieder der Gesellschaft zusammenarbeiten, in einer koordinierten Weise und mit einem multidisziplinären Ansatz.

Jede/ jeder kann etwas zur Suizidprävention beitragen.

Suizidales Verhalten ist universell, kennt keine Grenzen und betrifft daher alle. Die Millionen von Menschen, die jedes Jahr durch suizidales Verhalten betroffen sind, verfügen über intensive Erfahrungen und Berichte. Diese sind außerordentlich wertvoll, um daraus suizidpräventive Maßnahmen abzuleiten und die Unterstützung von suizidgefährdeten Menschen und ihrer Umgebung daran zu orientieren. Menschen mit eigenen suizidalen Erfahrungen in die Forschung, Evaluation und Intervention einzubinden, sollte zentral für jede Organisation sein, die sich mit Suizidprävention beschäftigt.

Der WSPD ist dem Thema „Hand in Hand für Suizidprävention“ gewidmet. Dieses Thema wird auch für 2020 beibehalten. Wir haben dieses Thema gewählt, weil Zusammenarbeit der wichtigste Aspekt einer effektiven globalen Suizidprävention ist. Dabei spielen wir alle eine Rolle und zusammen können wir die Herausforderungen angehen, die mit suizidalem Verhalten in unserer Gesellschaft verbunden sind.

Vereinen Sie sich am 10. September mit uns und vielen anderen auf der ganzen Welt, die ihren Platz in der Suizidprävention einnehmen. Vergewissern Sie sich, dass Sie andere Organisationen und UnterstützerInnen aus ihrem Umfeld einbinden oder einladen und organisieren Sie eine Aktion anlässlich des WSPD 2019.

Möglichkeiten zur Teilnahme am WSPD 2019

Zeigen Sie Ihre Unterstützung, indem Sie bei der alljährlich stattfindenden IASPAktion „Radle um die Welt“ mitmachen. Wir ermuntern alle TeilnehmerInnen, gemeinsam um den Globus zu radeln! Teilnehmende können in Gruppen, einzeln, zu Hause, im Fitnessstudio oder an einem anderen Ort mitmachen. Siehe https://goo.gl/tTb9xA für nähere Informationen.

Besuchen Sie uns auf den sozialen Medien. Verbinden Sie sich via Facebook (facebook.com/IASPinfo), Twitter (twitter.com/IASP.info) und YouTube (https://goo.gl/BUAFZ8), um Ihre Unterstützung des WSPD 2019 mit zu teilen. #wspd #suicideprevention #suicide

Sie können auch bei unserer Aktion „Zünde eine Kerze an“ mitmachen, bei der wir Teilnehmende einladen, am WSPD um 20:00 eine Kerze in ein Fenster zu stellen, als Symbol der Unterstützung der Suizidprävention. Für viele ist das auch ein Ausdruck, um eines geliebten Menschen zu gedenken. Siehe hier für nähere Informationen: https://goo.gl/m6zyf5

Mehr Informationen hier: www.iasp.info/wspd2019/

Die IASP ist eine NGO, die sich mit Suizidprävention befasst. Sie hat folgende Ziele:

1) Prävention von suizidalem Verhalten und Behandlung von Suizidalität.

2) Angebot eines Forums für WissenschaftlerInnen, für Tätige aus dem Bereich für psychische Gesundheit, für Tätige aus der Krisenintervention, Ehrenamtliche und Menschen, die persönliche Erfahrungen mit dem Thema Suizid haben.

„Wir als Mitglieder der Internationalen Gesellschaft für Suizidprävention (IASP) haben die Aufgabe übernommen, diese allzu menschliche Bürde abzumildern. Was für ein enormes Privileg, aber auch welch enorme Verantwortung“ Robert D. Goldney, IASP Präsident von 1997-1999.

Rückfragehinweis:
Leitung GO-ON Suizidprävention Steiermark
Mag.a Sigrid Krisper
Telefon: 0664 / 264 25 29
E-Mail: krisper@suizidpraevention-stmk.at