Akuthilfe 24h

Über uns

Was tun, wenn Menschen nicht mehr weiter wissen?

Die Gesamtzahl der Suizide in Österreich hat sich in den letzten 25 Jahren nahezu halbiert. Dennoch liegt die Steiermark als zweitgrößtes Bundesland seit Jahrzehnten an der Spitze der österreichischen Suizidstatistiken, Österreich selbst im europäischen Mittelfeld. Im Jahr 2015 starben 1.251 Menschen in Österreich durch Suizid, das sind um 62 weniger als im Jahr 2014. In der Steiermark allein begingen jedoch 238 Menschen Suizid. Insgesamt starben in Österreich beinahe dreimal so viele Menschen durch die eigene Hand, wie im Verkehr getötet wurden (486 im Jahr 2015). 

Aus diesem Grund wurde 2011 vom Gesundheitsressort der Steiermark und im Auftrag der Psychiatriekoordinationsstelle GO-ON Suizidprävention Steiermark ins Leben gerufen. Ziel ist, möglichst viele Menschen auf diese Problematik aufmerksam zu machen, Kenntnis über Entstehung und Bewältigung von Krisen zu vermitteln, konkrete Informationen speziell zu Risikofaktoren wie Depression und Suchterkrankungen anzubieten, verschiedene helfende Berufsgruppen im Umgang mit Betroffenen zu schulen und konkrete Hilfe und Unterstützung anzubieten.

In mittlerweile sechs Projektregionen (Hartberg-Fürstenfeld, Murau/Murtal, Bruck-Mürzzuschlag, Liezen-Ost, Leoben, Voitsberg) sowie zentral in Graz wird an der Enttabuisierung von Suizidalität gearbeitet, Kenntnisse über Entstehung und Bewältigung von Krisen werden angeboten, Informationen zu Risikofaktoren sowie konkreter Hilfe und Unterstützung werden vermittelt.

In den nächsten Jahren sollen schrittweise und in Abhängigkeit von den regionalen Suizidraten sowie infrastrukturellen Gegebenheiten alle steirischen Bezirke mit einbezogen werden. Ziel ist ein flächendeckendes Projekt für die gesamte Steiermark. Die Kooperation mit allen zu diesem Aufgabenbereich arbeitenden Initiativen, Institutionen und Interessensgruppen dient der Nutzung von Synergieeffekten. Breite Vernetzung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene ermöglicht eine Arbeit entsprechend den state-of-the-art Kriterien der Suizidprävention.

„Erste-Hilfe-Kurse“ für Krisen.

Der Allgemeinbevölkerung - von SchülerInnen bis hin zu älteren Menschen – wird in Form eines „Erste-Hilfe-Kurses für Krisen“ Information zu deren Entstehung und Bewältigung vermittelt, Risikofaktoren für Suizidalität werden aufgezeigt, Mythen thematisiert, Hilfsmöglichkeiten benannt.

Zugleich sollen Schulungen verschiedener helfender Berufsgruppen, aber auch der Medien, dazu beitragen, die Suizidrate zu senken.
Überregionale Schulungen mittels Vorträgen oder Workshops von Hilfsorganisationen (Rettung, Kriseninterventionsteams, Polizei, Feuerwehr, ÄrztInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, pro humanis), Schulen, Priestern, Angehörigen, Sportorganisationen, JournalistInnen, Arbeitsmarktservice-MitarbeiterInnen etc. beziehen bereits jetzt das gesamte Bundesland mit ein.

Die Einbindung in Aus- und Weiterbildungsprogramme diverser Hilfsorganisationen wie Polizei, Österreichisches Rotes Kreuz – Landesverband Steiermark, Ärztekammer - ÖÄK Diplom, Psychosoziale Dienste, Steirischer Landesverband für Psychotherapie, Klinische und GesundheitspsychologInnen etc. ist gelungen, jene für JournalistInnen geplant.

Prävention

Das Projekt arbeitet auf allen Ebenen der Prävention.
Über Primärprävention sollen Bedingungen geschaffen werden, um erstmalige Suizidversuche zu verhindern. Sekundärprävention dient der optimalen Betreuung von Menschen in problematischen Lebenssituationen. Tertiärprävention umfasst die Therapie nach erfolgtem Suizidversuch sowie Vorbeugungsmaßnahmen vor weiteren suizidalen Handlungen.

Vernetzung

Ein Runder Tisch mit MultiplikatorInnen, deren TeilnehmerInnenkreis von Jahr zu Jahr größer wird, dient der Sensibilisierung für den Themenbereich Suizidalität, garantiert eine breite Bewusstseinsbildung, und dient der Entwicklung neuer Arbeitsschritte und Perspektiven.
Bisherige Ergebnisse dieser alljährlichen Vernetzungstreffen sind die Installierung spezieller themenbezogener Arbeitsgruppen zur Suizidprävention bei Jugendlichen bzw. im Alter.

Vernetzung

Ein klarer Arbeitsauftrag durch die Psychiatriekoordinationsstelle, ein hohes Maß an Engagement für das Thema und die umfassende Bereitschaft zur Kooperation haben ermöglicht, dass in kurzer Zeit ein deutliches Signal gesetzt werden konnte.

Nachhaltigkeit zählt.

Um eine nachhaltige Versorgung aufzubauen, ist GO-ON Suizidprävention Steiermark eng an die Psychosozialen Dienste im Bundesland angebunden, und inhaltlich klar am 10-Punkte-Programm von SUPRA, Suizidprävention Austria, orientiert.
Von Anfang an ist die Einbeziehung aller zu diesem Aufgabenbereich arbeitenden Initiativen, Institutionen und Interessensgruppen angestrebt.

Mittelfristige Ziele sind die Schaffung eines Krisentelefons sowie die Etablierung eines Kompetenzzentrums für Suizidprävention.

Mit dem Suizidpräventionsprojekt setzen das Land Steiermark und der mit der Umsetzung betraute Dachverband der sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften Steiermarks ein Signal:

Wege aus der Krise - Wissen hilft! Das Leben ist es wert.