Akuthilfe 24h

Suizidalität

Suizid leitet sich vom Lateinischen (sui caedere = sich töten) ab. Die Begriffe Freitod und Selbstmord sollten vermieden werden. Suizid ist nie eine völlig freie Entscheidung und sollte auch nicht in die Nähe eines Verbrechens gerückt werden.

Suizidalität ist ein Sammelbegriff für Suizid, Suizidversuch, Suizidabsicht und Suizidgedanke.

Meist ist Suizidalität Ausdruck von Hoffnungslosigkeit angesichts eines unlösbar erscheinenden Lebensproblems. Der/die Betroffene befindet sich in einer akuten Krisensituation oder lang andauernden schwierigen und stark belastenden Lebensumständen.

Gründe für den Wunsch sich das Leben zu nehmen können sein:

  • Flucht vor unerträglich empfundenen Situationen
  • Flucht vor negativen Emotionen
  • Appell, Hilferuf
  • Problemlöseversuch
  • Abwehr von Hoffnungslosigkeit
  • Wunsch nach Ruhe, Unterbrechung oder Pause

Selten steht der Wunsch nach dem Tod im Vordergrund. Meist ist es der Wunsch nach Ruhe vor der aktuellen, als aussichtslos empfundenen Situation.

Entwicklung

Vielen Suiziden geht eine längere Entwicklung voraus. Während dieser Zeit werden die Betroffenen von negativen und widersprüchlichen Gefühlen gequält; alles scheint hoffnungslos. Die Gedanken drehen sich nur noch um die ausweglose Situation und das Grübeln kann nicht abgestellt werden. Zudem ziehen sich die Menschen zurück und isolieren sich von ihrem sozialen Umfeld. Es kommt zu aggressiven Tendenzen, die sich gegen die eigene Person richten. Phantasien, wie der eigene Suizid aussehen könnte, werden immer detaillierter.

Den Reaktionen der Umwelt kommt in dieser Phase eine besondere Bedeutung zu!

Wenn Sie sich Sorgen um einen Menschen machen, scheuen Sie sich nicht nachzufragen!

Sie müssen keine Angst haben, dass Sie Betroffene erst auf die Idee bringen könnten, sich das Leben zu nehmen, indem Sie das heikle Thema ansprechen. In der Regel spüren suizidgefährdete Menschen eine erhebliche Erleichterung, wenn sie diese belastenden Gedanken aussprechen dürfen.

Risikogruppen

Besondere Beachtung brauchen Menschen mit psychiatrischen Störungen (v.a. Depression, Suchterkrankungen) und früherem suizidalem Verhalten. Grundsätzlich aber auch Menschen in psychosozialen Krisen, mit chronischen Erkrankungen, Männer und Ältere. Soziale Isolation, Einsamkeit, Instabilität und Armut sind gefährdend.

Ca. 80% der Menschen, die einen Suizid erwägen, kündigen dies vorher an und geben damit anderen die Chance, ihnen zu helfen!

Durch professionelle Krisenintervention kann ein Suizid verhindert werden!

Hinweise für eine Suizidgefährdung

können konkrete Ankündigungen sein (mündlich, schriftlich oder in Zeichnungen). Oft werden auch eindeutige, vorbereitende Handlungen gesetzt, z.B. Tabletten gesammelt oder wesentliche persönliche Dinge verschenkt. Es kann zu zunehmendem Rückzug und sozialer Isolation kommen. Die eigene Person wird häufig als hilflos und ohnmächtig, verlassen und unverstanden erlebt. Zentrale Werte werden in Frage gestellt und oft gleichgültig.

Bitte beachten Sie:

  • Je genauer die Vorstellungen von der Suizidausführung sind, desto größer ist die Gefährdung.
  • Einzelne Anzeichen müssen noch kein Hinweis auf eine Suizidgefährdung sein, aber bei einer Häufung von Alarmzeichen muss gehandelt und professionelle Hilfe initiiert werden!