Ich denke über Suizid nach – was bedeutet das?

Die meisten Menschen denken im Laufe ihres Lebens einmal über die Möglichkeit nach, sich das Leben zu nehmen. Gedanken über das Leben und den Tod gehören zum Menschsein dazu und sind völlig normal. Sie gehen meist von selbst vorüber. Wenn Ihre Suizidgedanken und -gefühle jedoch immer wieder auftauchen, wenn sie konkret und drängend werden, ist professionelle Hilfe notwendig! 

Ursachen von Suizidgedanken

Suizidgedanken und -Absichten entstehen meist in Lebenssituationen, die uns besonders erschüttern, belasten oder mit starkem seelischem Schmerz verbunden sind. Ursachen können seelische Verletzungen sein, Enttäuschungen, Trennungen von wichtigen Personen, aber auch Gefühle des Versagens und des Verlustes von wichtigen Lebenszielen.  
Dieser seelische Schmerz ist ähnlich einem starken körperlichen Schmerz und versetzt das Gehirn in einen Alarmzustand. Dadurch kann es sein, dass man sich wie in einem Nebel oder in einem Trancezustand fühlt, in dem man nicht klar denken kann und sich nicht mehr spürt. In diesem psychischen Ausnahmezustand ist der Teil des Gehirns, der für das überlegte Denken und das Suchen nach Lösungen für Probleme zuständig ist wie ausgeschaltet. Das Gehirn handelt, als wäre es durch einen „Auto-Piloten“ gesteuert. Längerfristige Ziele und die schönen Seiten des Lebens sind in dem Moment nicht mehr zugänglich. Es kann so aussehen, als würde es keinen anderen Ausweg geben, als sich das Leben zu nehmen. Doch das stimmt nicht.  

Es gibt Hilfe! 

Egal, wie groß der seelische Schmerz ist, den Sie gerade erfahren, Sie sind nicht allein! Geliebte Menschen aus der Familie oder Freunde können Sie unterstützen, eine andere Lösung als Suizid und einen Ausweg aus Ihrer belastenden Situation zu finden. Wahrscheinlich trauen sich diese aber nicht, sie zu fragen, was Ihnen fehlt. Geben Sie Ihnen eine Chance zu helfen, indem sie ehrlich mit ihnen über Ihre Gefühle und Gedanken reden. 

Vielleicht würde es Ihnen aber auch mehr helfen, mit einer unabhängigen Person zu sprechen? Holen Sie sich Unterstützung! Es gibt viele verschiedene professionelle HelferInnen, die wissen, was zu tun ist. Schämen sie sich nicht, sie in Anspruch zu nehmen. Wenn sie sich den Arm gebrochen haben, dann gehen Sie ja auch zu Arzt, warum nicht auch, wenn die Seele schmerzt?

Hier finden Sie Stellen, an die Sie sich wenden können: Hilfsangebote